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Aus Märkische Allgemeine | 31.03.2004

WERDER Mit den Plänen für eine Netzverknüpfung der Fernstraßen im Bereich Werder sei sicher „ein gewisses Emotionspotenzial angekitzelt“, räumte Vizelandrätin Ilsemarie Schulz ein. Als sie am Montagabend im „Inselhotel“ das Projekt vorstellte, schlugen die Wogen hoch. Viele Betroffene waren zu der Informationsveranstaltung gekommen. „Die Straße soll über mein Grundstück gehen“, protestierte Fritz Rietz vom Bootshaus am Zernsee. Wie könne er denn jetzt noch investieren, nachdem er zuvor 15 Jahre lang bereits durch einen Restitutionsanspruch daran gehindert worden sei?

Wie Schulz anhand einer Karte demonstrierte, soll die im Zuge der Netzverknüpfung vorgesehene neue Straße von der B 2 zwischen Potsdam und Michendorf abgehen, über den Templiner See nördlich der Eisenbahnbrücke und dann in gerader Linie durch den Wildpark geführt werden. Sie werde dann „aufgeständert“ die Bahntrasse Potsdam/Werder kreuzen und in die Landesstraße 90 Richtung Phöben übergehen.

Wenn dieses Projekt wie vorgesehen im Juli in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen würde, „wäre dies für Werder eine Katastrophe“, sagte Gunnar Assmann von der Bürgerinitiative „Werder blüht was!“ Damit würde Verkehr von der Autobahn A 10 abgezogen und durch die Stadt geleitet. 19 Prozent dieses Verkehrs bestehe aus Lastwagen. Für den Lkw-Fernverkehr würde die neue Strecke die Umfahrung von Potsdam um 34 Kilometer verkürzen. Das bedeute für die scharf kalkulierenden Speditionsunternehmer geradezu einen Zwang, ihre 40-Tonner dort entlang zu schicken. Ilsemarie Schulz und Werders Bürgermeister Werner Große verteidigten das Konzept. Die Stadt habe zwar keinen vierstreifigen, wohl aber einen zweistreifigen Ausbau befürwortet. Damit würde die B 1, auf der heute bereits rund 16 500 Fahrzeuge täglich mitten durch Werder rollten, entlastet, so die beiden CDU-Politiker. Zudem sei noch eine Zunahme des Verkehrs um sechs Prozent oder laut Schulz sogar im zweistelligen Prozentbereich zu erwarten.

Die neue Straßenführung würde den Verkehr nicht aus Werder „raushalten, sondern reinholen“, betonte dagegen Joachim Gessinger, Landesvorsitzender von Bündnis90/Grüne. Anstatt über ein Konzept zu reden, das bereits gestorben sei, solle man lieber darüber sprechen, wie man eine vernünftige Verkehrsplanung hinbekomme.

Für Große und Schulz ist die vergangene Woche bekannt gewordene Absprache zwischen SPD und Bündnisgrünen im Bundestag, nur noch die „Havelspange“ über den Templiner See als vordringlich einzustufen, noch kein formeller Beschluss des Verkehrsausschusses. Der Landkreis sei nicht an der Planung beteiligt, und Werder bisher überhaupt nicht einbezogen worden. gr

© 2004 Märkische Verlags- und Druck-Gesellschaft mbH Potsdam

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