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Förderkreis: Westen der Insel Potsdam darf kein Durchgangs- und Transitraum werden

aus PNN 16.04.2008 von Erhard Hohenstein

Der Westteil der Insel Potsdam, dessen landschaftliche Gestaltung wesentlich auf Peter Joseph Lenné zurückgeht, darf nicht endgültig zum „Durchgangs- und Transitraum für Verkehrsströme“ verkommen. Dies erklärte der Architekt Jan Bornholdt, stellvertretender Vorsitzender des Pflegevereins Potsdamer Kulturlandschaft, gestern auf einer Pressekonferenz und kündigte für Freitag die Gründung eines Förderkreises „Potsdamer Westraum“ an. Dazu hat er den Wildpark e.V., die Lenné-Akademie und als Kooperationspartner die Universität Potsdam mit ins Boot geholt.

Gemeinsam mit dem italienischen Landschaftsarchitekten Roberto Pirzio-Biroli, dem Potsdam bereits die Wiedergewinnung der Lennéschen Feldflur verdankt, hat Bornholdt eine „Vision“ für den Westraum vorgelegt, der die Gemarkungen Marquardt/Satzkorn, Eiche/Golm, Bereiche entlang der B 273 mit Schlänitzsee und Schlangenbruch, das Golmer Luch, die Geltower Wiesen und die Entenfängerteiche, den Wildpark und die Pirschheide sowie die Geltower Gemarkung bis zum Großen Wentorf umfasst. Die in diesem Gebiet, so durch die Deponie Golm in den 30er und die Eisenbahnstrecke durch den Wildpark in den 50er Jahren, „stark überformte“ Kulturlandschaft soll unter anderem durch die Anlage von Alleen, von Feldgehölzen und Remisen, die Rekonstruktion des Wegenetzes und der Sichtbeziehungen wieder zu einem „Tortenstück“ der Insel Potsdam und als Wandergebiet erschlossen werden. In diesem Zusammenhang wandte sich Bernd Rosenkranz erneut gegen einen Straßenbau entlang der Bahnlinie und über den Templiner See. Der von ihm geleitete Wildpark e.V. setze sich für zwei Brückenbauten ein, die den durch die Bahn getrennten Ost- und Westteil des Wildparks wieder verbinden. Zu den Ideen zählt die Wiedergewinnung der einst auf dem Windmühleberg, dem Golmer Reiherberg und dem Kahlen Berg in Eiche bestehenden, teils von Tempeln bekrönten Belvederes.

In ein Konzept für die touristische Nutzung eingebunden werden sollen neben Hotels und Gaststätten der Erlebnisbauernhof Neumann, der Reiterhof Schlänitzsee und die am Bahnhof Golm neu entstandenen Wissenschaftsinstitute. Für die Universität erklärte Dr. Matthias König, dass die Expansion des Standorts Naturschutzbelange, so die Erhaltung des Golmer Luchs, nicht gefährden werde. Die Umsetzung dieser weitreichenden Pläne setzt das Einverständnis der Bewohner der Ortsteile und der Bodeneigentümer voraus. Dazu will der Förderkreis Kontakte auch zu den Ortsbeiräten aufnehmen. Geklärt werden muss ebenso die Finanzierung für die schrittweise Rückführung des Westraums in das „preußische Arkadien“. Erhart Hohenstein

Die Gründungsveranstaltung des Förderkreises Potsdamer Westraum findet am Freitag, 18. April, 17.30 Uhr, in Schloss Lindstedt statt.

 

 

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