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Aus Potsdamer Neueste Nachrichten | 24.08.2004

Potsdam-Mittelmark

Mit Weiterführung nach Werder sei sie sinnvoll Potsdam-Mittelmark - Zündstoff birgt der Abschlussbericht des Verkehrsentwicklungsplans 2015 für den Landkreis Potsdam-Mittelmark. Hinter den etwas bürokratischen Formulierungen vermutet der Wildpark e.V. gar den „Gau“ für die Wald- und Seenlandschaft bei Potsdam. Besonders der folgende Satz erregt die Gemüter: „Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass unter Berücksichtigung der langfristigen Entwicklungen, bis 2015 sowohl für die Landeshauptstadt Potsdam als auch für den Landkreis Potsdam-Mittelmark die Realisierung einer Bundesstraßenverknüpfung angestrebt werden sollte.“ Im Klartext: Die Spange zwischen B1 und B2 über den Templiner See wäre nicht nur gut als „dritter“ Havelübergang für Potsdam, sondern hätte auf lange Sicht auch positive Effekte auf den Landkreis.

Wie diese „Langfristigkeit“ aussieht, wird in den nächsten Sätzen des Gutachtens der vom Landkreis beauftragten Verkehrsplaner deutlich: Mit der Weiterführung der Templiner Spange nach Werder nämlich würde sich die Verbindung Werder-Potsdam verbessern und der B1-Verkehr in Geltow entlastet. Ohne Verlängerung nach Werder bringt die Templiner Spange dem Landkreis also nichts. Auch am umstrittenen Abschnitt nach Bergholz-Rehbrücke wird im Bericht wegen der besseren Erreichbarkeit der südöstlichen Potsdamer Industrie- und Wohngebiete festgehalten. Nur einer Verbindung über Golm zur B273 wird wegen ihrer „begrenzten Wirkung“ eine Absage erteilt.

Bei der Kreistagssitzung am 9. September soll die Schlussfassung des Verkehrsentwicklungsplans auf der Tagesordnung stehen. „Es wird also zum politischen Showdown zur Havelspange und zur Netzverknüpfung kommen, nämlich ob der Landkreis die Zerstörung der Potsdamer Havel- und Seenlandschaft und die Wildparks zulässt“, vermutet Dr. Peter Kunz vom Wildpark e.V.. Und das, obwohl der Nutzen und der geringe Entlastungseffekt für die Potsdamer Innenstadt in keinem Verhältnis zu den Kosten des Projekts stünden.

Kunz fürchtet zudem, dass das verabredete Prozedere verlassen wird, wenn der Kreistag jetzt die Planung durchwinkt. Denn eigentlich sollte ein Ausschuss mit mittelmärkischen Kreistagsabgeordneten und Potsdamer Stadtverordneten über das weitere Vorgehen beraten. Zum Hintergrund: Mit dem jüngst verabschiedeten Bundesverkehrswegeplan hatte der Bund die Gelder für die Templiner Spange zugesagt. Der Plan gilt bis 2015, bis dahin könnte zumindest auch die Planung für die anderen Teile der Netzverknüpfung – die Teilstücke nach Werder und nach Bergholz-Rehbrücke – begonnen werden. Doch was gebaut und geplant wird und was nicht, bestimmen die Entscheidungsträger vor Ort – Land, Kreis und Stadt Potsdam sind gefragt.

Das Land hat wiederholt gefordert, dass sich Potsdam und der Landkreis abstimmen, bevor das wegen zahlreicher Konfliktherde einst gestoppte Raumordnungsverfahren für die Straße wieder aufgenommen wird. Der dazu verabredete Koordinierungsausschuss ist allerdings noch in der Findungsphase. „Die Arbeit des Ausschusses ist nun überflüssig und soll offensichtlich durch eine Vorlage der Verwaltung ausgehebelt werden“, fürchtet „Wildparker“ Peter Kunz.

Der Leiter des Kreisverkehrsamtes, Lutz Lorenz, widerspricht: Der Koordinierungsausschuss sei nicht passé. Ein Abstimmungsprozess werde trotzdem vom Land erwartet. „Beim Verkehrsentwicklungsplan handelt sich um Aussagen aus rein verkehrsplanerischer Sicht – die Kreisverwaltung kann die Schlussfolgerungen der Ingenieure doch nicht einfach streichen“, betont der Verkehrsamtsleiter. Er erwartet nicht, dass das „Ingenieurgutachten“ ohne Diskussionen den Kreistag passiert. Womöglich behält Lorenz recht: Schon der Entwurf des Verkehrsentwicklungsplanes hatte im Januar zu heftigen Debatten geführt. Und: Die Kreistagsfraktionen von CDU, SPD, Grünen und PDS haben sich kürzlich in den PNN durchweg gegen die Templiner Spange ausgesprochen.

© 2004 Potsdamer Zeitungsverlags GmbH & Co.

 

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